Hallo, miteinander!
Susanne, wir brauchen hier weitere Angaben zur Stube und zu den diversen Aufnahmen davon,

größere Bilder und weitere Detailaufnahmen. Nicht nur von der Stube selbst, sondern auch von den Vorhängen, vom Mobiliar und den Püppchen.
Falls du mit dem Bilderverkleinern Schwierigkeiten hast, schau vielleicht mal hier:

Wie groß ist deine Stube?

Länge, Tiefe und Höhe? Ist das Gehäuse im Grundriss rechteckig oder trapezförmig? Auch bei den Möbeln und den Püppchen wären ein paar Maßangaben gut.
Das einzelne Bild mit dem Bärenfell in Antwort Nr. 2 hatte mich so verwirrt,

dass ich zunächst dachte, in dieser Stube hätte mal Linoleum gelegen, sie wäre an den Kanten blaugrau gestrichen gewesen und hätte auch mal diese Möbel und Schildkröt-Püppchen beinhaltet, die dort zu sehen sind. Aber das ist lediglich eine ganz andere Stube, in die du das Bärenfell derzeit hineingelegt hast, gell?
Die Stube, um die es hier im Thema geht, gefällt mir sehr.

Ich halte sie auch für einen Eigenbau, also nicht für ein Schreiner- oder Manufakturgehäuse und deshalb wird es wohl auch nicht möglich sein, sie genauer zu datieren, weil es für Eigenbauten keine "Regeln" bezüglich Proportionen und Ausgestaltung gibt. Die Datierung ist auch schon bei Schreinergehäusen oft recht schwierig.
An Holz, Tapeten, Bordüren und anderen Materialien hat man bei Eigenbauten oft das verwendet, was gerade vorhanden und verfügbar war - und das kann sehr unterschiedlich alt gewesen sein. Zwischen 1880 und 1920 halte ich bei dieser Stube - rein theoretisch - alles für möglich. Wie alt ein solches Gehäuse wirkt, hängt auch oft sehr mit dem Geschmack und dem Alter des Baumeisters zusammen, weniger mit der tatsächlichen Entstehungszeit.
Sofern das Mobiliar und die Püppchen noch zur Erstausstattung gehören, können sie Anhaltspunkte für das Alter der Stube geben. Aber das weiß man halt meist nicht sicher.
....ich habe dazu sortiert was an alten Sachen dabei war.
Das heißt, du hast aussortiert, was an jüngeren Gegenständen in der Stube war? Was war das denn?
Fragen werfen bei mir vor allem die Fenster auf: Eigentlich sehen sie sehr stimmig und gut gearbeitet aus, sind aber roh und vor allem mit Messingschrauben befestigt... mindestens die Schrauben können unmöglich original sein.
Geschlitzte Messingschrauben gibt es schon sehr lange. Auch die sehr breit wirkenden Leisten an den Fenstern könnten durchaus schon von Anbeginn vorhanden gewesen sein. Es sind einfache, schmucklose Bilderrahmen-Leisten, die keinen Rückschluss auf eine bestimmte Zeit erlauben. Es macht Sinn, solche Fensterleisten festzuschrauben, anstatt lediglich zu nageln oder festzuleimen, weil so z.B. das Anbringen von neuen Tapeten oder mal ein Austausch von allfälligen, zerbrochenen Fensterscheiben einfach und sauber möglich ist. Das verwendete Glas könnte eventuell einen Rückschluss auf das Alter der Stube ermöglichen.
Meiner Vermutung nach waren die Fenster immer schon im Gehäuse, wurden also nicht erst für eine spätere Spielgeneration eingebaut. Man hätte sonst wohl auch die "altmodischen" Tapeten entfernt und das Gehäuse modernisiert. Die Fenster sitzen recht hoch in den Wänden; es ist nur wenig "Luft" darüber. Bei einem Gehäuse deutlich vor 1900 und "um 1900" waren die Wände meist um einiges höher. (Es gibt aber Ausnahmen, falls z.B. nur Bretter in einer bestimmten Höhe zur Verfügung standen.) In den Proportionen wirkt die Stube deshalb eher wie ein Gehäuse der 1920er Jahre auf mich. Nicht aber bezüglich der Wandtapeten, der wunderschön gemalten Tür

und der Riemenbemalung des Fußbodens. Letztere hatte man im Biedermeier, aber u.U. auch noch sehr viel länger.
Mit passenden langen Vorhängen kannst du die etwas neu wirkenden Fenster bestimmt gut kaschieren!
Meinst du zusätzliche, längere Übergardinen, Ilsebilse?

Die hellen Spitzengardinen, die jetzt im Gehäuse sind, würde ich nicht durch andere ersetzen. Sie sind hübsch und waren vielleicht schon immer in dieser Stube. Man sieht sie leider nur sehr schlecht.
Ich würde gerne die Bodenplatte der Stube von unten im Ganzen und im Detail sehen, Susanne.

Manchmal hat sich der Erbauer da mit Namen oder Initialen verewigt. Mitunter findet man dort sogar Jahreszahlen. Ist hier schon etwas von der Bodenplatte zu sehen? Oder zeigt auch dieses Bild einen Teil der Außenwand? Ich meine hier Spuren von heller Leimfarbe zu sehen. Sie ist nicht wasserfest, wenn sie nicht mit Lack fixiert wurde, und könnte mal einfach heruntergewaschen worden sein. Die Stube war also außen vielleicht schon mal bemalt.

Ist die Wandtapete auf der linken Seite im kleineren Zimmer noch vorhanden?
Auch die Hinterseite der Tür ist roh, ausserdem die Aussenwände und der Boden, was ja nicht ganz ungewöhnlich wäre. Erst dachte ich deshalb, da hat jemand einen Zigarrenkistendeckel umgearbeitet, aber sie sitzt abolut passgenau und passt in der Lackierung genau zum Boden.
Ist das hier die Rückseite der Tür?

Oder ein Teil der Trennwand zwischen den beiden Räumen? Auch hier sind Reste von Leimfarbe zu sehen, blau war auch mal dabei. Da wären weitere Bilder gut, wenn es möglich ist.

Was steht dort mit Bleistift geschrieben?

Die Tür (und der Riemenfußboden) sind in Bierlasur gemalt. Bei der Tür wurde zudem noch eine Holzmaserung imitiert. Das ist eine sehr alte Technik, die im ausgehenden Biedermeier sehr beliebt war und in den 1920er Jahren und später erneut aktuell wurde. Bierlasur ist ebenfalls nicht wasserfest, wenn sie nicht fixiert wird.

Auf dem Fußboden war vermutlich mal eine Fußbodentapete verklebt, die wieder entfernt wurde. Das hat leider einen Teil der Malerei "mitgenommen".

Kennt jemand ähnliche Stuben und kann mehr zu ihr sagen?
Hier

wurde uns mal eine ähnlich wirkende Stube gezeigt. Dort besteht der Riemenfußboden wohl aus Papierstreifen.
Diese Stube ist aber ganz anders proportioniert als deine und vermutlich ist deine Stube auch deutlich kleiner.